Unser Kinderheim


 Das Kinderheim, von den Kindern liebevoll
"Shishu" genannt, entstand 1983 aus der medizinischen Arbeit des Arztehepaares Mundhra. Sie wollten die schwerstkranken Kinder der von ihnen betreuten Elendsviertel einer sicheren Zukunft zuführen. Sie richteten ein Heim ein, dem sie den Charakter einer Großfamilie gaben.
  Zu jeder Zeit befinden sich dort ca. 30 Kinder im Alter von ein paar Tagen bis zu 25 Jahren. Jahrelang lebten dort Jungen und Mädchen im Verhältnis 3 : 7. Doch die strengen Vorgaben der Regierung haben dazu geführt, keine Jungen mehr aufzunehmen und nur noch Mädchen zu fördern. Damit musste der ursprüngliche Gedanke, eine familienähliche Gemeinschaft zu haben, aufgegeben werden.

Die Kinder werden hier, liebevoll von Hausmüttern umsorgt, zur Selbstständigkeit erzogen und nach einer abgeschlossenen Ausbildung ins Erwachsenleben entlassen. Die Sicherheit und Geborgenheit, die sie in ihren eigenen Familien schmerzlich vermissen mussten, erfahren sie im Shishu, so wie es in einer Familie üblich ist.  Daher ist bei schweren Konfliktsituationen, auch nach dem Verlassen des Heimes, eine Rückkehr vorübergehend möglich.

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Unser Babynest

Kinder werden oftmals nicht zur Freude der Eltern geboren. Sie sind unerwünscht und müssen dann leider ihre ursprüngliche Familie verlassen.

Das Shishu Mandir hat sich auf die Fahnen geschrieben, solchen Kindern eine Chance zum Leben zu geben.

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 Die 1993 gegründete Schule befand sich bis zum Jahr 2000 in den Wohn- und Schlafräumen des Kinderheimes, da wir im Dezember 2000 ein eigenes Schulgebäude beziehen konnten. Im Januar 2008 wurde ein weiterer Schulbau fertig. Dort werden zurzeit 242 Kinder in 12 Stufen unterrichtet.

Alle Kinder unserer Schule kommen aus den Elendsvierteln Bengalurus.

Die Unterrichtssprache ist Englisch, weitere Sprachen sind Kannada (Landessprache) und Hindi (überregionale Sprache) - drei Sprachen, drei Schriften! Daneben haben die Kinder Unterricht in Mathematik, Naturwissenschaften, Sozialkunde (Erdkunde und Geschichte), Computer sowie Kunst, Musik, Sport und Schwimmen.

Der Schulabschluss ist die staatliche Prüfung SSLC (Secondary School Leaving Certificate). Dieses Prüfungsniveau entspricht etwa dem Realschulabschluss.

Wir unterrichten in den fünf Eingangsklassen in kleinen Gruppen von maximal zehn Kindern, da unsere Kinder durch die täglichen Konflikte in ihrem Umfeld oft stark traumatisiert sind und ihre Konzentrationsfähigkeit sehr gering ist. Die höheren Klassen haben je 20 Schüler pro Klasse.

Der Unterricht und alle Materialien sind kostenfrei sowie Kleidung, Schuhe, Ranzen, zwei warme Mahlzeiten, eine Milchmahlzeit und ein Duschbad. Alle diese Schulkosten werden durch Spenden / Patenschaften gedeckt.

Unsere Schule ist ganzjährlich geöffnet - selbst während der Ferien findet eine ganztägige Betreuung statt, mit sportlichen, musikalischen oder künstlerischen Programmen.
  
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Unser Ausbildungszentrum

Ein Kurs von sechs Monaten - ein Geschenk fürs Leben

Unser Ausbildungszentrum besteht seit Januar 2008 und befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schule.

Im Abstand von jeweils einem halben Jahr beginnen die Kurse, die drei oder sechs Monate dauern.  Zur Zeit laufen Kurse in den technischen Fächern Metallarbeit, Elektrotechnik, KFZ-Mechanik und Fahrschule, aber auch Computeranwendung, Buchführung und Nähen. Der jeweilige Fachunterricht findet in der Muttersprache der Jugendlichen statt, aber daneben gibt es Unterricht in Englisch, allgemeiner Lebensführung sowie Sport und Musik.

Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, Jugendlichen, die durch frühzeitigen Schulausstieg den normalen Weg über Schule und Ausbildung verloren haben, mit diesen Ausbildungsmöglichkeiten einen Wiedereinstieg in die Gesellschaft zu ermöglichen und dadurch eine neue Lebensperspektive zu erhalten.

Die Auswahl der Auszubildenden trifft ein Team um den Sozialarbeiter, das die umliegenden Dörfer regelmäßig besucht und dadurch einen engen Kontakt mit den Familien aufgebaut hat.

Am Ende jedes Kurses steht eine schriftliche Prüfung gemäß den Vorgaben der Reva University und der Stiftung "Tech Mahindra Foundation", von denen wir anerkannt worden sind. Daneben können sie wahlweise einen Abschluss der 10. Klasse erlangen, wenn sie die Prüfung des "National Institute of Open Schooling" (NIOS) bestehen, ein 10.Klasse-Abschluss auf einfachem Niveau.

Unsere Erfolgsquote ist beachtlich, denn 60% unserer Azubis treten nach ihrem Kurs in ein bezahltes Arbeitsverhältnis ein.
 
 
Unsere Schule - Shishu Mandir Education Centre

Das "Kleine Shishu"

Dieses Projekt begann im Jahre 2004 mit einem durch Sonderspenden erbauten Gemeinschaftssaal, in welchem tagsüber eine Kinderbetreuung eingerichtet wurde, um jungen Müttern die Gelegenheit zu geben einer bezahlten Arbeit nachzugehen.

Obwohl der Saal nur für 30 Kinder gedacht war, wuchs die Zahl bald auf 80! Dazu kamen 7 Mitarbeiter. Diese engen Raumverhältnisse waren, besonders in der Monsunzeit, schwer zu ertragen.

Uns wurde im Laufe der Jahre daher immer klarer, dass ein neues, größeres Gebäude dringend benötigt wurde.  Unser Projektleiter, Herr Anand, suchte nach Geldern und hatte erstaunlich viel Erfolg bei internationalen Firmen in Bengaluru, da auch in Indien das soziale Gewissen der gutverdienenden Bevölkerung wachgerüttelt wird.

So war es uns möglich, 2015 ein geräumiges, zweistöckiges Gebäude zu beziehen, welches zu unserer großen Freude ganz von indischen Multinationalen finanziert worden war und welches wieder einmal ein kleines Paradies für unsere kleinen Kinder ist. In dieser Umgebung erleben sie Geborgenheit und Zuwendung. Im "kleinen Shishu" werden sie nicht nur ganztags betreut, sondern bekommen auch ihre warmen Mahlzeiten und Milchmahlzeiten und werden auch noch mit Kleidung und Spielzeug versorgt

 

Unterstützung von Dorfbewohnern
 
 Durch  die Nähe unserer Sozialarbeiter zu den Familien der Shishu-Mandir-Schulkinder sahen wir immer deutlicher, dass auch andere Probleme in den Dorfsiedlungen dringender Unterstützung bedurften.

Viele dieser Familien leben in einsturzgefährdeten Schuppen oder zeltähnlichen Verschlägen ohne jegliche sanitäre Anlagen oder gar Privatsphäre. Aus dieser Notsituation heraus wurde das Projekt der Hausbauten geboren. Dies war eines der ersten Projekte, seit dem sind noch viele andere entstanden, auf ganz verschiedenen Ebenen.
 
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