Informationen für Paten

Allgemeine Informationen über eine Patenschaft bei Shishu Mandir, zusätzlich zum Sozialbericht des Kindes und seiner Familie

Familiensituation/finanzielle Bedingungen:
Die Familien unserer Kinder sind in der Regel schwer gezeichnet vom Alkoholismus der Väter. Ausnahmen sind sehr selten. Das unregelmäßig erarbeitete und obendrein wenige Geld setzen die Väter in Alkohol um und verlangen sogar noch einen Teil des Lohnes der Mutter. So sind Auseinandersetzungen, häufig sogar mit Handgreiflichkeiten, ein alltägliches Ereignis. Sehr oft liegt das Fortbestehen der Familie allein in den Händen der Mütter.

Diese Familien haben alle große Schulden, man lebt von der Hand in den Mund. Da es keine Krankenversicherung für diese Menschen gibt, wirft sie die kleinste Krankheit, die im Krankenhaus behandelt werden muss, in große Schulden. Sie haben dann keine andere Wahl, als Geld bei "Kredithaien" aufzunehmen, die Wucherzinsen von 20 bis 25% pro Monat (!) verlangen. Seit einigen Jahren hat der Shishu-Mandir-Verein Sparvereine für solche Eltern eingerichtet, die auf diese Weise Kredite umgeschuldet werden, und zwar zu erträglichen Zinsen. Dies ist ein großer Segen für die Familien, die ohne diese Hilfe unter ihren Schulden zusammenbrechen.

Die Möglichkeit, den Kindern eine langfristige, ausreichende Schulbildung zu gewähren, ist unter den gegebenen finanziellen Umständen unmöglich, zumal da in Indien nahezu alle Schulen Schulgeld verlangen.
Den meisten Eltern liegt eine gute Schulbildung, das Erlernen von Englischkenntnissen und später die Möglichkeit einer Berufsausbildung sehr am Herzen, da sie die Schwierigkeiten ohne diesen Hintergrund an sich selbst erfahren haben.

Wohnbedingungen:
Die Familien unserer Kinder bewohnen in den Slums meist kleine Lehmhäuser. Sie bestehen häufig aus einem Raum mit einer kleinen abgetrennten Kochnische und einer Waschecke. Der Boden ist in der Regel nicht befestigt, das Dach aus Asbestplatten und leider oft undicht. Betten sind zumeist nicht vorhanden, man schläft, wie in Indien üblich, auf Bastmatten. Die Häuser sind alt und baufällig.

Die Familien kochen meist auf offener Flamme, was bei der Knappheit und der hohen Preise des Feuerholzes sehr teuer ist. Aber auch die Preise für Kerosin sind in den letzten Jahren enorm gestiegen und von unseren Familien nicht mehr zu finanzieren. Mit Sonderspenden konnten wir einigen Familien eine Gasversorgung samt Gasherd einrichten. Dies ist sehr viel preisgünstiger. Die kleinen Hütten sind aber wegen einer fehlenden Lüftung ständig rußig und verqualmt.

Es gibt natürlich kein fließendes Wasser in den Häusern, so dass man zu öffentlichen Wasseranschlüssen gehen muss, was meist 50-150 Meter entfernt liegt! Weiterhin sind die Familien auf öffentliche Toiletten angewiesen oder auf die Felder der Umgebung. Die Geruchsbelästigung ist enorm.

Alle Familien der Umgebung leben unter ähnlichen Bedingungen, sehr eng aneinander, so dass es nicht selten zu handgreiflichen Auseinandersetzungen kommt.
Im Slum ist die Kriminalität sehr hoch, Überfälle, Diebstahl, Schlägereien, selbst Totschlag und Mord sind nicht unüblich. Kinder, die keine Schule besuchen und vor allem der Alkoholismus der Väter (und manchmal sogar auch der Mütter) gehören zum täglichen Bild. Selten können sich die Familien etwas Besonderes gönnen, und sei es z.B. nur eine Fleischmahlzeit.

Kinder dieser Herkunft zu unterstützen, ihnen die Möglichkeit zu geben, die englische Sprache zu lernen und eine Schulausbildung zu genießen, die ihnen im späteren Leben eine wesentlich bessere Ausgangsposition verschafft, ist unser erklärtes Ziel.

Schule:
Im Juni beginnt das Schuljahr. Dann nehmen wir neue Kinder in unsere Schule auf, die nach einem aufwendigen und objektiven Auswahlverfahren durch Sozialarbeiter, Lehrer und ein Team von Vereinsmitgliedern ausgewählt werden. 20 Kinder werden von ca. 150 Kindern aufgenommen. Die ersten 5 Jahrgänge werden zweigleisig gefahren.

Wie auch in Deutschland besteht die Regel, dass Kinder eventuell mal eine Klasse wiederholen müssen, sie aber eine Klasse eines Schuljahres nur zweimal durchlaufen dürfen. Sollten sie im zweiten Jahr dieselbe Klasse nicht bestehen, müssen die Kinder unsere Schule verlassen und eine Schule ihrer Muttersprache besuchen, was für sie viel einfacher ist.

Die Kinder lernen vom ersten Tag an Englisch. Die Aufgaben sind zunächst grundlegend: Verhaltensregeln, soziale Kompetenzen im Umgang mit den anderen Kindern, das Halten eines Stiftes, Ausmalen, Ausschneiden mit der Schere etc., alles Dinge, die Kinder bei uns zu einem früheren Zeitpunkt beherrschen, da die Kinder durch die Eltern oder den Kindergarten geschult werden.
Im weiteren Verlauf des Schuljahres lernen sie Zahlen und Buchstaben. Auch wenn die Kinder bereits eine Schule besucht hatten, müssen sie den Lernstoff noch einmal von Grund auf lernen, da sie an den üblichen Schulen mit Klassen von bis zu 90 Kindern (in den Schulen, die die arme Bevölkerung sich leisten kann!) keinerlei Wissen mitbekommen haben.

Allgemeines...
Alle Schulkinder erhalten Frühstück, ein warmes Mittagessen und zweimal wöchentlich Eisen- und Vitamintabletten in der Schule. Auch in den Ferien können die Kinder zum Essen und Spielen in die Schule kommen.
Sollten weitere medizinische Ausgaben für die Schulkinder notwendig werden, übernimmt das Shishu alle Kosten. Die Familien müssen ihre Kinder allerdings von einem Vertragsarzt behandeln lassen. Inzwischen sind unsere Schulkinder alle "durchgeimpft", und die Neuaufnahmen bekommen ebenfalls ihre Impfung durch uns.

Schulkleidung:
Die Kinder werden von uns mit 3 Hosen, 3 Hemden, 3 T-Shirts und Schuhen, einem Pullover oder/und einer Jacke für die kühlere Jahreszeit ausgestattet. Diese Kleidung stammt aus Deutschland und wird in Sammelaktionen zusammengetragen. Diese Kleidung ist länger haltbar und ist wesentlich preisgünstiger, als wenn wir vor Ort Schulkleidung kaufen müssten.
Unsere Schulkinder duschen etwa 2- bis 3-mal wöchentlich in den Duschräumen der Schule. Sie bringen ihre eigene Kleidung von Zuhause mit und ziehen sich nach dem Duschen um. Am nächsten Morgen kommen sie dann wieder in unserer Schulkleidung, die für jeweils zwei Tage der Woche als "Schuluniform" angezogen wird.

Des Weiteren werden die Schulkinder mit Schulbüchern und benötigtem Schulmaterial wie Heften, Stiften, Atlanten, Buntstiften, Geometriekästen, Schultaschen etc. versorgt.
Die Eltern müssen keinerlei Schulgeld bezahlen. Wohl verlangen wir aber von den Eltern, ein Sparguthaben für das Kind anzulegen, das von uns verwaltet wird.
Wir nehmen pro Familie nur ein Kind in unserer Schule auf, um die Hilfe möglichst weit zu streuen.

Patenschaftsablauf
Unsere Sozialarbeiter besuchen die Familien und fertigen einen Sozialbericht über die Kinder und ihre familiäre Situation an. Dieser bericht wird Ihnen zugeschickt, um Ihr Patenkind näher kennenzulernen. Ein persönlicher Kontakt zwischen Ihnen und dem Kind ist natürlich auch möglich! Die Briefe können direkt an die unten genannte Shishu-Mandir-Adresse gesendet werden, wo sie dann an die Kinder weitergeleitet werden. Die Kinder schreiben zurück, anfangs in Form von gemalten Bildern, späterhin auf Englisch.
Es macht den Kindern außerdem große Freude, sich anhand eines Fotos ihrer Pateneltern eine Vorstellung von Ihnen zu machen. Wir wiederum bemühen uns, Ihnen jährlich ein Foto des Kindes zu senden neben den Zeugnissen und etwaigen Veränderungen in der Familie.

Es muss leider erwähnt werden, dass es im Laufe eines Schuljahres auch zum Ausscheiden eines Kindes kommen kann. Manche Kinder nehmen die bei uns gebotenen Möglichkeiten nicht wahr, werden unregelmäßig und bleiben schließlich ganz weg. Manchmal sind z.B. Familienmitglieder erkrankt und die Kinder helfen im Haushalt mit. Dann finden ausführliche Gespräche mit der Familie statt, und sie werden über die Konsequenz eines Ausschlusses aus der Schule informiert. Oder eine Mutter zieht mit ihren Kindern zu ihren Eltern zurück, was häufig vorkommt, da die Ehen in dieser Gesellschaftsschicht nicht sehr stabil sind. So verlieren wir immer wieder mal ein Kind aus unserer Obhut. Auch ein Schulausschluss als disziplinarische Maßnahme ist nicht immer zu vermeiden und bei der Menge der Kinder, die gerne die Schule besuchen und das Angebot nutzen würden, durchaus gerechtfertigt.

Geschenke:
Wir raten dringend davon ab, da der Inhalt des Paketes häufig auf der Strecke bleibt. Weiterhin ist die Versandgebühr unverhältnismäßig hoch. Mit diesem Geld kann man vor Ort wesentlich mehr ausrichten, und die meisten Artikel bekommt man jetzt in Indien auch.
Neben der monatlichen Unterstützung ist es dennoch möglich, den Kindern zum Geburtstag ein Geschenk zu machen. Sie müssten mir dann den Betrag mitteilen, der wiederum dem Sozialarbeiter genannt wird, der vor Ort Spiele, Bücher oder auch sonstige, für die Familie hilfreiche, Dinge besorgt. Geburtstagsgeschenke gehen also ausschließlich an die Familie und das Kind.

Weihnachtsspenden gehen hingegen alle in einen gemeinsamen Topf, so dass sämtliche Schulkinder bei ihrem gemeinsamen Weihnachtsfest ein Geschenk erhalten.

Sollten Sie weitere Fragen haben, bitte ich Sie, sich an mich zu wenden:
Dr. Katrin Cleff,
Tel. 0231-9598057,
E-Mail: shishupaten@gmx.de.
Eine Broschüre sowie ein Patenschaftsübernahmeformular liegen diesem Schreiben bei. Wenn Sie die Möglichkeit eines Internetzugangs haben, besuchen Sie doch auch einmal unsere Homepage unter www.shishu-mandir.de. Ansonsten laden wir Sie herzlich ein, Mitglied in unserem Verein Shishu Mandir - Zukunft für Kinder e.V. zu werden. Ein Antragsformular ist ebenfalls beigefügt.

Postadresse für Briefe an die Patenkinder:
Shishu Mandir Education Centre
To "name of the child"
Hella Nagar
Virgonagar Post
Bangalore - 560 049
INDIA

E-mail-Adresse für die Kinder
school@shishumandir.com, mail to "name of the child"


Eine Spendenquittung für die überwiesenen Beträge erhalten Sie im Januar/Februar eines jeden Jahres.
Die Beiträge bitte mittels Dauerauftrag auf unser Konto einzahlen.

Konto-Inhaber     Shishu Mandir e.V.
Konto-Nr.      7602121
Bankinstitut     Deutsche Bank 24
Bankleitzahl     310 700 24
Verwendungszweck     Name des Kindes und eigene Adresse


Katrin Cleff
Oktober 2009

 

 
Start  |  Über uns  |  Projekte |  Förderverein  |  Aktuelles |  Kontakt |  Impressum |  Sitemap

Copyright © 2007 Shishu Mandir. All rights reserved.