Seit Januar 2008 ist das Gebäude fertig gestellt: ein zweistöckiger Bau mit einer Grundfläche von 478 qm, der fünf großflächige Hallen und neun Arbeits- bzw. Klassenräume umfasst. Das Gebäude befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schule auf dem gleichen Gelände. Im Abstand von sechs Monaten werden wir jeweils einen neuen Kurs beginnen, da wir für sie noch Ausstattung und vor allem die entsprechenden Ausbilder benötigen.
Der erste Kurs, ein Nähkurs , wurde Anfang Januar 2008 gestartet, da wir Nähmaschinen geschenkt bekommen hatten und eine Ausbilderin ebenfalls gefunden worden war. Der Kurs begann mit 16 jungen Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren. Die jungen Mädchen besaßen den sehr unterschiedlichen Bildungsstand von der 4. bis zur (unvollendeten) 12. Klasse. Die Auswahl hatte unser Sozialarbeiter Herr Victor getroffen, indem er alle Dörfer besucht und einen Übersichtsplan erstellt hatte. Der Unterricht fand in ihrer Muttersprache Kannada statt. Neben der fachlichen Ausbildung erhielten die jungen Frauen auch Englischunterricht und Unterricht in allgemeiner Lebensführung, was für sie ein besonderes Geschenk darstellte. Sie hatten bislang nur autoritäre Lebens- und Schulformen erlebt. Sie lernten nun zu lächeln und sich mit neuen Menschen zu unterhalten.
Weiterhin wurde während der großen Sommerferien ein zweimonatiger Computer-Kurs abgehalten, an dem 20 Jugendliche teilnahmen. Auch sie erhielten zusätzlich Unterricht in Englisch und praktischer Lebensführung. Die weiteren Computer-Kurse werden über einen Zeitraum von sechs Monaten gehalten werden, und der Erste dieser Art begann im Juni 2008.
Unser Ziel ist es, allen Jugendlichen, die in unserem Ausbildungszentrum Unterricht welcher Art auch immer bekommen, eine solide Grundlage ihres Fachgebietes zu vermitteln und daneben die wichtigen Fertigkeiten wie englische Sprachkenntnisse und ein angemessenes Selbstbewusstsein aufzubauen. Die fachliche Kompetenz sollen sie durch theoretischen und praktischen Unterricht erhalten, was in Indien allgemein unüblich ist. Man lernt handwerkliche Berufe eher durchs Zuschauen und Begreifen.
Da wir auf dem Gebiet handwerklicher Ausbildung Anfänger sind, lehnen wir uns an die Kenntnisse und Erfahrung einer in Indien wachsenden Einrichtung an, die sich “Community College”nennt. Ihr Zentrum liegt in Chennai und ihr zentraler Motor ist der Jesuit Dr. Xavier Alphonse. Unter seiner Führung sind bereits Grundstrukturen geschaffen worden, die den Aufbau der Kurse und die Zertifizierung betreffen. Wir erhalten also in dieser Anfangsphase kompetente Unterstützung.
Die Räumlichkeiten lassen weitere Kurse in Metallverarbeitung, Schreinern, Elektrotechnik und Klempnern zu, für die wir die Ausstattung noch weitgehend benötigen. Geplant sind auch eine Fahrschule und eventuell eine Autowerkstatt. Spezifische Berufe für Frauen, die in diesen armen Kreisen in der Regel Analphabeten sind, lassen sich schwer einrichten. Dennoch bleibt dies unser großes Ziel.
Wir wünschen uns auch, von Deutschland unterstützt zu werden, indem Fachleute der verschiedenen Gebiete sich ehrenamtlich für zwei bis sechs Monate bei uns einbringen. Dafür sind Grundkenntnisse in englischer Sprache notwendig.
Über die Kurse in unserem Ausbildungszentrum wird regelmäßig berichtet werden.
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